Interview rund um „Endlich Swat“

mit dem Regisseur David M. Taylor und dem Videographen Dario Zack

 

Dario, deine erste Reise nach Pakistan war bei CE3. Damals ist in eurer Nähe sogar ein Gebäude explodiert. Das war keine theoretische Gefahr – das war real. Warum bist du nochmals hingegangen?

Dario: Es gibt sichtbare, dramatische Gefahren. Aber es gibt auch unsichtbare Gefahren – mit ewigen Konsequenzen für uns und für andere Menschen. Wenn ich sehe, dass Gott mich gebrauchen kann, um Menschenleben zu verändern, dann möchte ich diesem Ruf folgen – trotz Risiko.

Du bist eigentlich leidenschaftlicher Dokumentarfilm-Zuschauer.
Wie war es für dich, plötzlich selbst Teil des Produktionsteams zu sein?

Dario: Ich hätte mir nie vorstellen können, wie viel Arbeit hinter einem Film steckt. Ich bin eigentlich ein sozialer Mensch – ich rede gern mit Menschen und bete für sie. Aber ein Interview zu filmen braucht Geduld, Konzentration und viel Vertrauen. Wir stellen alles sorgfältig ein, doch wir wissen nicht genau, was die Menschen sagen, wenn sie auf Urdu sprechen. Auch bei Wundern weiß man nie, wo als Nächstes etwas geschieht. Soll ich links oder rechts stehen und filmen – oder dorthin gehen und beten? In solchen Momenten muss ich mich leiten lassen. Manchmal von Dave, aber noch viel mehr vom Geist. Und danach kommen noch Monate des Editierens dazu.

Wie war es, plötzlich nicht nur hinter der Kamera zu stehen, sondern Teil der Geschichte zu sein?

Dario: Durch die Nähe entstehen Beziehungen – zu Saqib, Mehak, Fawad und anderen. Man sieht nicht nur Wunder, sondern Menschen. Und da wurde mir klar: Im Glauben ist es ähnlich. Wir können die Bibel lesen – oder wir können Teil dieser Geschichte werden. Und genau das ist ein Kern der Botschaft dieses Films.

David, das ist jetzt der vierte Film in vier Jahren. Monate Arbeit. Hohe Kosten. Riesiger Aufwand. Warum machst du das?

David: Weil ich möchte, dass Menschen sehen, dass Jesus lebt. Die Wunder, von denen wir in der Bibel lesen, geschehen auch heute. Und wenn Menschen das sehen, wächst ihr Glaube. Gott gebraucht gewöhnliche Gläubige – und das soll sichtbar werden. Und vor allem: Der Vater im Himmel ist gut und auf vielfältige Weise gut.

Warum ist im Film so viel Urdu zu hören?

Wir hätten vieles zusammenfassen können. Aber wir haben uns bewusst entschieden, die Originalstimmen zu behalten. Echtheit ist im KI-Zeitalter kostbar geworden. Die Emotion und die Würde der Menschen wollten wir nicht verlieren. Und der Film soll nicht nur Christen, sondern auch Muslime in Pakistan erreichen.

Ihr sprecht beide kein Urdu. Wie schneidet man einen Film in einer Sprache, die man nicht spricht?

David: Wir haben KI für Transkription und Übersetzung genutzt und zunächst eine große Story-Landkarte erstellt. Erst danach wurden alle Details sorgfältig überprüft, in enger Zusammenarbeit mit unserem Leiter in Pakistan. Dabei erlebten wir, wie lebendige Zeugnisse von Gottes Wirken Sprach- und Kulturgrenzen sprengen. Man spürt diese Menschen – und ihre Begeisterung, nachdem sie vom Geist Gottes berührt wurden.

Im Film erfahren wir, dass du früher Musikproduzent warst. Was bedeutet dir der Soundtrack dieses Films?

David: Im Film erzählen Saqib und ich von unserer frühere Beziehung zur Musik. Wir alle haben Dinge, die wir lieben – und manchmal müssen wir sie loslassen, um Gott ganz zu dienen. Gleichzeitig ist Film für mich eine Möglichkeit, wieder musikalisch kreativ zu sein. Den Titeltrack „Called+Empowered“ habe ich selbst komponiert und produziert – und das war ehrlich gesagt eine große Freude.

Heute gibt es viele Shorts, Livestreams und Revival-Clips. Was macht euren Film so sehenswert?

David: Vieles im Internet ist fragmentiert und kurzlebig, auf den Algorithmus ausgerichtet. Unser Film hingegen ist für Menschen mit Fragen gemacht. Um die Aufmerksamkeit über eine Stunde zu halten, muss ein Film einiges bieten: erzählerisch, ästhetisch, musikalisch. Ein guter Film kann jedoch Denkweisen verändern. Uns ist Integrität wichtig: Alle Wunder werden nachträglich verifiziert. Wir gehen nicht dorthin, um zu filmen, sondern um zu dienen.  In diesem Sinne ist der Film ein Nebenprodukt – und genau das macht ihn so einzigartig.

 Eine Beobachtung aus der Serie: Manche Heilungen geschehen häufig – etwa Schultern. Andere – etwa Lahme, die gehen – sind seltener. Warum wiederholen sich manche Wunder – und andere nicht?

David: Es hängt mit Glauben, Kultur, Erwartungen sowie der Häufigkeit bestimmter Probleme zusammen. Auch Biografien spielen eine Rolle. Ich selbst hatte zweimal Schulterprobleme und habe mit Gottes Hilfe den Sieg darüber errungen. Deshalb habe ich in diesem Bereich Autorität. Aber am Ende bleibt: Ob in Kenia, Pakistan oder der Schweiz, die Kraft Gottes ist immer die gleiche. Es geht nur darum, welche Blockaden wir haben.

Was ist das Herz von free+healed? Was treibt euch an?

David: free+healed hilft Menschen, die Freiheit und Heilung zu entdecken, die Jesus Christus schenkt. Unser Anliegen ist nicht nur, dass Menschen etwas über Gott hören, sondern dass sie ihm persönlich begegnen. Und wir möchten sie befähigen, selbst in dieser Kraft zu leben und die Werke Jesu weiterzuführen.

 

(Marz 2026: Uster)

 

 

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